Archiv für das Tag 'Film'

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Noch einmal AVATAR

was mich jetzt noch immer ärgert an diesem hübschen nichts: ein film dieser preisklasse muss offenbar streng nach hollywood-kochbuch zubereitet sein.

auf wen trifft der held im urwald als erstes? eh klar, natürlich auf die tochter des häuptlings. öd!

und verlieben sie sich in einander? na was denn sonst!

worauf steuert der konflikt der völker und kulturen unerbittlich zu? selbstverständlich auf ein persönliches duell zwischen dem helden und den oberbösling.

wer will denn all diese klischees noch sehen? unfaßbarerweise millionen von menschen.

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AVATAR - alter wein in neuen schläuchen

noch nie wurde die geschichte des edlen naturverbundenen wilden im kampf  gegen zivilisations-degenerierten materialistischen kolonialisten aufwendiger erzählt als im film avatar von james cameron.

aber: sie wurde schon oft erzählt. und so ist an der geschichte nichts neu. alles kommt einem vertraut und altbekannt vor. nur ist hier halt alles bunter, größer, dreidimensionaler. ich weiß, “dreidimensionaler” ist ein unwort. aber der riesenerfolg von avatar erklärt sich vor allem aus den technischen innovationen. so dreidimensional war kino noch nie! naja, wers nötig hat. mir geht’s am arsch vorbei. mir genügt die dreidimensionale illusion der normalen flachen leinwand.

da wär mir ein origineller gedanke bei dieser im grunde reaktionären “ach, wie hat uns der zivilisatorische fortschritt doch von unseren eigentlichen bedürfnissen und fähigkeiten entfremdet”-geschichte, mit der james cameron vermutlich seine eigene technik-verliebtheit kompensieren will, lieber gewesen.

trotzdem: obwohl sich der film zieht wie ein strudelteig - 166 minuten müssen erst einmal abgesessen werden - sehenswert ist er allemal. also: hirn auf sparflamme schalten, augen auf und rein ins kino, zumal ja die sonstigen weihnachts-neuerscheinungen auch eher schwächlich zu sein scheinen.

jetzt ist er wirklich weg, aber verwirrte strategen arbeiten schon daran, dass er wieder da ist. zumindest als name, und in person seiner witwe. haider nämlich, der österreich seit 1986 nachhaltig verändert hat, und zwar zum schlechteren. er sei ein “brennender mensch” gewesen, nahm diözesanbischof egon kapellari die einäscherung vorweg. er sei der “landeshauptmann der herzen” schrieb die “presse”, und der bundeskanzler nahm die gelegenheit war, noch einmal peinlich aufzufallen, und zollte dem verstorbenen verhetzer “respekt und anerkennung”.

die schillernde persönlichkeit haider ist schwer zu fassen. vieles ist über ihn geschrieben worden. oft ist er totgesagt worden. nur dreimal hatte ich das gefühl, hier werde der wendige tatsächlich erkannt (und in summe ergibt es wahrscheinlich wirklich ein annähernd realistisches bild): erstens in dem furiosen haider-programm der kabarettisten thomas maurer und florian scheuba: “zwei echte österreicher”; zweitens als - ich weiß nicht mehr wer es war – jemand zum ersten mal die these aufstellte, haider sei ein (und funktioniere wie ein) popstar; drittens bei robert menasses gastkommentar in der presse und der schweizer weltwoche “haider, der unerkannte austrofaschist

wie auch immer, haider hat mein politisches leben 22 jahre lang begleitet und jetzt, wo er tot ist, hinterlässt er ein ziemliches loch. dieses heißt h.c. strache und kann, was geistige wendigkeit, charme und originalität anbelangt, nicht im entferntesten mit dem alten führer mithalten. trotzdem sammelte er schon jetzt 18 prozent wählerstimmen aus einem potential von sicher 30 oder mehr prozent. und das bleibt, auch wenn haider weg ist.

warum wollen wir so gerne sportliche höchstleistungen, immer neue rekorde, sehen? warum ist es uns egal, wenn spitzensportler ihren körper durch abnormes training und irrationalen risken ruinieren, aber es regt uns auf, wenn das selbe mit hilfe der pharmazie geschieht? ich weiß es auch nicht. aber ich bin trotzdem angefressen, wenn ich höre, dass unser neuer rad-superstar bernhard kohl gedopt war. besser gesagt: dass ihm doping nachgewiesen werden konnte. denn ob irgendein spitzenfahrer diese leistungen auf dauer ohne illegale substanzen erbringen kann, bezweifle ich. aber es gibt dinge, die möchte ich gar nicht so genau wissen.

ob welche mit legalen substanzen im blut illegalerweise autofahren, mit hilfe illegaler substanzen radfahren, oder mit der legalen droge geldgier und legalen geschäften die weltwirtschaft in einer weise schädigen, dass milliarden sozialschmarotzende scheinasylanten dagegen ein lärcherlschas wären, kümmert mich heute wenig, ich bin gut gelaunt, denn ich bin im kino gewesen:

“burn after reading”, nach “no country for old men” das nächste meisterwerk der coen brothers. aber seien wir ehrlich: die coens haben uns nur “meisterwerke” oder “fantastische meisterweke” beschert. na ja, und das unnötige remake von “ladykillers”.

“burn after reading” ist eine heimtückische satire auf überwachung und misstrauen, auf einsamkeit und die illusion der treue und was weiß ich noch alles. gemein und zum brüllen komisch. mit einer unglaublichen besetzung: john malkovich, george clooney, frances mcdormand, brad pitt, tilda swinton und richard jenkins spielen auf, dass es eine freude ist, einzig brad pitts allzu platt angelegter fitnessblödi hat genervt. gerechterweise wird er erschossen. computer abdrehen! hingehen! anschauen! sofort!