alles was ich über die zeit vor meinem heilstättenaufenthalt weiß, ist mir nur aus erzählungen bekannt. bis auf diese einzige ausnahme:

sommer in laa an der thaya. ich bin ein kleiner hosenscheißer. stehe vor der haustür. eine nachbarin sieht mich und winkt mich heran. sie schenkt mir eine grüne ein-schilling besdorp schockolade. es ist offensichtlich ein ebenso seltenes wie freudiges ereignis. ich setze mich glücklich auf die stufe vor unserer tür. fest halte ich die kostbare schokolade in der hand. zu fest. zu lange. ich merke es erst, als die geschmolzene schokolade meine finger hinunter rinnt …

es ist vermutlich kein zufall, dass ich mich nur an diese eine episode erinnern kann. es ist ein muster, das ich in meinem leben noch öfters wiederholt habe: mich an die glücklichen ereignisse und begegnungen so zu klammern, dass sie mir wie die bensdorp-schokolade zwischen den fingern zerrinnen …

Ein Kommentar zu “schön ist die jugendzeit: die einzige erinnerung”

  1. Reinhard Wegertham 11.10.2011 um 21:02

    Lieber Karl,

    wie lang warst du als Kind in Laa an der Thaya? Ich habe dort 1950-1955 gewohnt, meine Eltern stammten aus der Gegend. Vielleicht sind wir uns ja über den Weg gelaufen (oder im Kinderwagen aneinander vorbei geschoben worden).
    Warst du später jemals wieder dort? Das Städtchen hat sich ja in letzter Zeit ganz nett entwickelt.

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