Monatsarchiv für Februar 2010

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schlägt (pazifistischer) cartoonist zu?

aus der Zeitung “Österreich” vom 23.2.2010:

artikel_oesterreich

wahlplakat schloegl haider

der bürgermeister meiner heimatgemeinde purkersdorf bei wien heißt karl schlögl und ist in österreich ein bekannter mann. das liegt daran, dass er einmal innenminister war, und innerhalb der spö den ideologiefreien rechten flügel repräsentiert. so schreckt er nicht davor zurück, immer wieder dafür zu plädieren, dass sich die sozialdemokraten die option einer koalition mit der rechtsextremen fpö offenhalten sollen. weiters unterstützte er eine harte abschiebepraxis und stellte sich bei jedem der nicht seltenen polizeiskandale bedingungslos hinter die involvierten beamten. so zum Beispiel im fall “omofuma”.

in purkersdorf ist schlögl sehr beliebt, weil er fleißig ist, mit der hälfte (geschätzt) der stadtbevölkerung per du ist, und sein amt für einen permanenten wahlkampf nützt. kein geburtstag ohne einen persönlich unterschriebenen schlögl-glückwunsch, kein amtsblatt ohne zahlreiche schlögl-fotos, kein neuer mistkübel ohne feierliche eröffnung durch den bürgermeister, und kein anliegen – vom kindergartenplatz über eine verbreiterung des gehsteigs bis zur vergabe von genossenschaftswohnungen – für das man nicht beim bürgermeister persönlich vorsprechen muss. das erzeugt dankbare abhängigkeit.

in der eigenen gemeindratsfraktion ist er wegen seines unumschränkten, rücksichtslosen herrschaftsstil weniger beliebt, so sind von seinen 21 vasallinnen schon 2 zu anderen fraktionen übergelaufen und einer in die innere immigration abgetaucht. aber da schlögl stimmen bringt, erduldet man die täglichen erniedrigungen.

soviel zuwendung an die wählerInnen ist teuer, und so zählt purkersdorf zu den verschuldetsten gemeinden österreichs. dafür wird die “perle des wienerwaldes” zügig mit wohnbauten für neue dankbare wählerInnen zubetoniert. die zugezogenen – inzwischen etwa die hälfte der bevölkerung – freuen sich darüber, endlich “im grünen” zu wohnen, und müssen – zunehmend entsetzter – mit ansehen, wie purkersdorf durch die stadtflüchtlinge immer mehr wie ein teil wiens aussieht.

für die kommende gemeinderatswahl läßt schlögl prominente – vom von amts wegen überparteilichen bundespräsidenten über den der volkspartei zugehörigen landeshauptmann – aus dem zusammenhang gerissene positive statements zu seiner person plakatieren (siehe artikel aus profil 8-2010 unten). eine plakatserie, die vervollstädigt gehört, wie ich meine. daher die vorschläge oben.

aus profil 8-2010