Selbstbildnis Karl Berger Karl Berger, cartoonist, illustrator, karikaturist und comiczeichner 
 
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ERICH L. NUSSBAUMER


Foto Erich NussbaumerTexter, Denker, Filmfreak

Erich Nussbaumer, gebürtiger Wiener des Jahrgangs 1951, ist vor allem – und wie ich vermute, zu seinem Leidwesen – als Comictexter und -fachmann bekannt.

Ein Nachbar setzte Nussbaumers Wohnung unter Wasser. Diese unkonventionelle Art der Kontaktaufnahme erwies sich insoferne als Glücksgriff, da es sich bei dem Nachbarn um das aufstrebende Zeichner-Talent Ronald Putzker handelte. Man beschloss, gemeinsam die Wiener Comic-Welt aus den Angeln zu heben.

Putzker layoutete damals das Wiener Comic-Fachmagazin COMIC FORUM, und Nussbaumer avancierte kurzzeitig zu dessen Chefredakteur. Unter seiner Leitung erschien das Magazin zwar nicht oft, aber pünktlich, und brachte immerhin so unvergessliche Sternstunden wie "Der Friseur im Comics" hervor.

1986 erschien INSPEKTOR BURNADZ, das erste gemeinsame Comicprojekt von Nussbaumer und Putzker. In strengem schwarz-weiß gehalten, durchaus noch traditionell erzählt, war damals schon klar, dass hier etwas heranreift, dass die österreichische Comicscene noch nicht gesehen hatte.

Die deutschen Verleger Sackmann und Hörndl (comicplus+) wurden auf die neuen Talente aufmerksam, und so erschien in diesem Verlag 1987 der erste Band ihrer Trilogie AGLAYA: DER GEHÄNGTE. Putzker hatte inzwischen seinen Zeichenstil in einer hierzulande noch nicht gesehenen Weise perfektioniert, und Nussbaumer setzte die herkömmliche Comic-Erzählweise außer Kraft. Assoziativ und alptraumartig entstand eine fesselnde Geschichte, die sich immer wieder entzieht. Mystisch-real bezeichneten die Verleger diese Erzählweise im Klappentext. 1988 folgten Band zwei und drei: DER MAGIER und DIE HOHENPRIESTERIN.

AGLAYA wurde ein internationaler Erfolg, Übersetzungen erschienen unter anderem in den Comic-Hochburgen Frankreich, Niederlande und Dänemark.

Zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas gab DIE GANZE WOCHE eine Comic-Serie über Christoph Kolumbus in Auftrag. Text: Erich L. Nussbaumer, Zeichnungen: Ronald Putzker. Kurt Falk, der Alleinherrscher über DIE GANZE WOCHE brachte es fertig, mit einer für ihm typischen einsamen Entscheidung die Serie wenige Woche vor ihrem geplanten Ende einzustellen. Im sehr erfolgreichen Album-Nachdruck EINSAM STIRBT KOLUMBUS (comicplus+) konnnte man die Geschichte dann endlich fertig lesen.

Wer den Ridley-Scott-Film 1492 - DIE EROBERUNG DES PARADIESES gesehen hat, und Nussbaumers Kolumbus-Geschichte kennt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Scott und Nussbaumer von der selben Muse geküsst wurden. Abkupfern war ja bei gleichzeitiger Produktionszeit nicht möglich.

Neben den Putzker-Comics entstanden auch noch kleinere Arbeiten mit Heinz WOLF (BLOODHOUND - DER GERADE WEG) und Peter FRIEDRICH (McMARVEL - Mein Colt für den Herrn). Einige andere Projekte zerschlugen sich leider.

Foto Erich Nussbaumer

Ich hatte die Ehre, mit Erich Nussbaumer nicht nur ein grandios scheiterndes Projekt einer Agentur für Ideenfindung (KANU) zu betreiben, sondern auch ein Kinderbuch nach seinem Text zu zeichnen (Das Nilpferd Liesi) zu dem sein damals fünfjähriger Sohn Cornelius die Idee lieferte. Das Buch wurde zwar 1995 gedruckt, hat aber – aus Gründen auf die ich hier nicht eingehen will – nicht wirklich den Weg in die Buchhandlungen gefunden.

Besondere Freude hat mir auch die Zusammenarbeit an dem Comic LAPAAZULI gemacht, der 11 Jahre lang in der Kinderbeilage der österreichischen Tageszeitung KURIER erschienen ist. Ein Stück für Stück daherimprovisierter Kindercomic, dem man die Tagesform von Zeichner und Texter durchaus ansieht, der nichts desto trotz einer der langlebigsten Comics der österreichischen Zeitungsgeschichte wurde. Zumindest die in digitaler Form vorliegenden Folgen werden hier in absehbarer Zeit veröffentlicht.Foto Erich Nussbaumer

Zur Ergänzung möchte ich aus Nussbaumers 1987 verfassten Kurzbiographie zitieren:

"… Unauffälliges Verhalten während der Schulzeit, später, noch immer unauffällig, Ausbildung zum Schriftsetzer. 1978 konvertierte der Unbelehrbare in den Status des freien Künstlers. Nussbaumer verfaßte in den darauffolgenden Jahren zwei Gedichtbände, schrieb einen eigenartig sterilen Roman ("Eine Reise nach Hollywood") sowie Drehbücher für Film und Werbung und erhielt einige merkwürdige Aufträge und Förderpreise …"

Tja, und seit dem 8. 3. 09 bloggt er auch auf http://www.free-blog.in/erichnussbaumer/

Karl Berger, 3. 1. 2008

 

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